• L.T. Ayren

Der Titel

Aktualisiert: 6. Juli 2020

Auf einmal hast du keinen Namen mehr ...


Das Kind hat einen Namen.


Sehr früh habe ich mich mit dem Titel beschäftigt. Das lag auf der Hand. Am Ende sollte das ja auch auf dem Cover erscheinen oder im Exposé stehen. Daher war es ultrawichtig, mir Gedanken darüber zu machen, wie das Buch heißen sollte. Tatsächlich tat ich mich auf diesem Gebiet furchtbar leicht. Ich orientierte mich an dem, was ich hatte, und mein Titel "Der Wolkenläufer" war geboren. Stolz wie Oskar hatte ich meinen Titel im Jahre 2009 erstmalig als Datei abgespeichert. Nun konnte es losgehen und irgendwie fühlte man sich fast schon wie ein kleiner Autor, oder so was in der Art.

Es hätte so schön sein können.


Fast 10 Jahre rannte ich mit der Idee im Kopf umher, dieses Buch fertigzustellen. Ich sah im geistigen Auge schon das Buch im Bücherregal stehen. Zielstrebig greife ich danach und haue dann die Euros auf beim Kassieren auf den Tisch. "Meins", sage ich mit einem Augenzwinkern .... Denkste. 2019 begann mein Coaching. Ein Thema war auch "Der Titel". Ich dachte fast, dass wir uns diese Session sparen konnten, ich hatte ja schon einen. Da ich aber keine Ahnung von der Branche hatte, wollte ich mir dennoch anhören, was sie zu sagen hatte.

Recherche und das Trauma.


"Ein Titel soll ein Alleinstellungsmerkmal sein" und am besten sieht man das, wenn man im Onlinehandel sucht. Also tippten wir mal eben "Der Wolkenläufer" ein. Ich erwartete keine Ergebnisse. Doch dann traf es mich ein wie ein Blitz. Da sah ich es. Ein Buch. Mit fast dem gleichen Titel. Schlagartig hatte ich meinen Namen verloren. Ein Stück Identität war dahin. Ach was, DIE Identität war weg. Ich fühlte mich fast so, als hätte ich meinen Namen verloren. Die Verzweiflung war riesig und die Stunde dann mental auch erst mal gelaufen.

.... und nu? ...


Wenn die Verzweiflung am größten ist, holt man sich am besten die vertrauten Menschen an Board. Ich fragte meine Frau und einige Freunde. Mit rudimentären Angaben versorgt, kamen ein Haufen Vorschläge. Benebelt von dem Schock, den der Verlust des Namens mit sich brachte, war ich außerstande, eine Entscheidung zu treffen. Ich tendierte zwar zu einem Vorschlag meiner Frau, listete aber erst mal alle Alternativen weiter auf. Erst Tage später, als die Verwirrtheit nachließ und ein weiterer Coaching Termin stattfand, konnte ich die finale Entscheidung treffen.

Kurze Gewöhnungszeit.


Nach der Umbenennung des Buches musste ich mich erst mal wieder daran gewöhnen. Mich damit identifizieren. Es fühlte sich so neu und seltsam an. Ich redete mir ein, dass es wohl so hatte kommen sollen und es schon irgendeinen Grund geben würde. Wochen später hatte ich mich aber an den Namen gewöhnt und konnte ihn voll akzeptieren. Rückwirkend betrachtet muss ich auch feststellen, dass der neue Titel mir besser gefiel. Ihn von meiner vertrautesten Person zu bekommen, macht mich besonders froh. "Der Hüter der Feder" war geboren, und das als gemeinsame kreative Bemühung zweier Liebenden.

Take Away Message:


Lernen durch Schmerz. In Zukunft werde ich meine Bücher schneller schreiben, mehr Menschen in die Titelfindung einbinden und mehr darüber kommunizieren. Die besten Einfälle kommen dann, wenn man Menschen teilhaben und jemanden draufschauen lässt, der nicht so betriebsblind ist. Vielleicht kommt für das nächste auch eine Abstimmung auf Facebook oder Ähnlichem. Das Allerwichtigste ist für mich aber, die Recherche frühzeitig durchzuführen in der Hoffnung, seinen Wunschtitel noch frei verfügbar zu haben.


In diesem Sinne: Be creative und sprecht mit Vertrauten über das Vorhaben.






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