• L.T. Ayren

Mit dem Schreiben Emotionen ergründen ...

Aktualisiert: 25. Feb. 2020

Als ich durch das Schreiben lernte, wieder mehr auf mich zu hören.

WTF wie soll das denn jetzt bitte gehen?

Diese Frage habe ich mir erst gestellt, als ich es schon an mir erfahren hatte. Klar hatte ich durch mein Achtsamkeitstraining ein wenig Erfahrung in der Introspektion und ich dachte, ich habe schon sehr stark auf mich selbst geachtet. Sich auf allen Ebenen einer Emotion zu begeben, war dann noch mal eine Schippe oben drauf.

Licht am Ende der Höhle

Phrase? Ja, aber das beschreibt es ganz gut. "Du musst mehr Gefühl einbauen", hieß es zu mir in einer der ersten Lektoratssessions . "Mehr Adjektive" sollte ich verwenden, warum aber Adjektive? Ich war zu dem Zeitpunkt überzeugt, dass ich schon massiv Gefühl eingebaut hatte, und eigentlich war mir gar nicht so genau klar, was sie jetzt von mir wollte. Wer allerdings nicht ganz hinterm Mond lebt, der schmeißt mal google an. Ich fand genügend theoretische Modelle, die mir das Empfinden von Emotionen erklärten. Cannon & Bard, die erläuterten, dass Emotionen psychisch wie physisch erlebt werden, oder Schachter & Singer, die darüber hinaus herausfanden, dass auch unsere individuellen Erfahrungen mit in die Emotion einfließen lassen. Ich nahm mir vor, das mal zu beobachten.

Zahnarzt

Ich hatte mir also über Wochen meine gedanklichen Notizen gemacht. Wie fühlt es sich an, sauer oder glücklich zu sein, wie reagiert der Körper und wenn individuelle Erfahrungen einfließen, wann habe ich das schon mal erlebt? Glücklicherweise, zumindest für meine Beobachtungen, stand der Zahnarzt wieder an. Hier konnte ich die Emotionen hautnah erleben. Der Schweißausbruch, wenn ich den Bohrer sehe, die hastige Atmung und noch nachklingende Schmerzen einer Wurzelbehandlung ohne Narkose. All die Dinge kamen an die Oberfläche und es fiel mir für diesen Moment nur dieses eine Wort ein: "Hilflosigkeit". Augenblicklich spürte ich zumindest ein wenig Entlastung. Das Gefühl benennen zu können, dem Übel einen Namen zu geben, war befreiend - wenngleich auch in der Situation nicht sofort der Heilsbringer.

Take Away Message

Duch die Rückmeldung erkannte ich, an welcher Stelle ich zu oberflächlich war. Meine eigenen Empfindungen zu kategorisieren, zu erkennen und zu benennen, war die Erkenntnis überhaupt. Wenn man einen Namen für etwas gefunden hat, dann kommt es einem tatsächlich so vor, als würde eine Fackel am Ende eines dunklen, feuchten Tunnels entfacht. Vielleicht wird nicht alles dadurch einfacher, erträglich, aber die Aussichten werden besser. Die Erkenntnisse gewonnen zu haben und verbalisieren zu können, half mir am Ende, meine Figuren besser erleben zu können und eine deutlichere Richtung einschlagen zu können.


In diesem Sinne, schau doch selbst mal, wie sich gewisse Situationen anfühlen und versuche dein Gefühl auf einen Punkt zu bringen.

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